Riding Through the Mist – Eine 2,5-monatige Bikepacking-Reise durch Südostasien mit Adrian und Sandro

28. August 2025

Zwei Freunde, zwei Fahrräder und 2,5 Monate unterwegs durch die nebelverhangenen Berge Südostasiens. Von Hanoi bis Chiang Mai radelten Adrian Fischer und Sandro Büttel durch Vietnam, Laos und Thailand — auf der Suche nach stillen Straßen, Flussüberquerungen, nebligen Morgenstunden und der Herzlichkeit der Menschen entlang des Weges. Eine Reise voller steiler Anstiege, einfacher Mahlzeiten und unvergesslicher Begegnungen.

Riding Through the Mist – Eine 2,5-monatige Bikepacking-Reise durch Südostasien mit Adrian und Sandro

Im Oktober des vergangenen Jahres brachen zwei Freunde — Adrian Fischer und Sandro Büttel — zu einer 2,5-monatigen Bikepacking-Reise durch Südostasien auf. Ihr Plan war ebenso einfach wie ambitioniert: von Hanoi in Vietnam bis nach Chiang Mai in Thailand zu radeln, dabei möglichst kleine Straßen und Bergregionen zu nutzen — fernab von Touristenpfaden und hektischen Städten.

Bevor sie sich Anfang November in Hanoi trafen, war Sandro bereits in Nepal unterwegs gewesen. Beide hatten die Länder schon Jahre zuvor bereist, jedoch nie mit dem Fahrrad. Dieses Mal wollten sie die Region in einem langsameren Rhythmus neu entdecken — allein angetrieben von ihren eigenen Beinen — und sehen, wie sehr sich alles seit ihren ersten Besuchen verändert hatte.

Vietnam – Nebel, Lächeln und neugierige Dörfer

Vietnam empfing sie an jeder Ecke mit Lächeln. Auf dem Land verschwand Englisch fast vollständig, sodass die Kommunikation zu einer Mischung aus Gesten, Körpersprache und gelegentlichen Rettungsversuchen mit Google Translate wurde. Die Landschaften im Norden waren feucht und mystisch — die Morgenstunden vom Nebel verschluckt, die Luft schwer vor Feuchtigkeit.

Entlang der Grenze zu Laos kam es zu unerwarteten Umwegen. Zweimal wurden sie vom Militär gestoppt und aus dem Sperrgebiet zurückgeschickt. Doch gerade diese Umwege führten zu besonderen Momenten. An einem Abend, verzweifelt auf der Suche nach einem Zeltplatz vor Einbruch der Dunkelheit, fragten sie in einem Dorf, ob sie ihr Zelt auf einem Maisfeld aufschlagen dürften. Minuten später war das gesamte Dorf versammelt — lachende Kinder, plaudernde Familien, alle fasziniert von den beiden Radfahrern. Adrian und Sandro, müde und hungrig, hatten auf einen ruhigen Abend gehofft und fanden sich stattdessen bis spät in die Nacht umringt wieder. Anstrengend? Ja. Unvergesslich? Absolut.

Laos – Flussstraßen und zeitlose Einfachheit

Laos war das Land, auf das sie sich am meisten gefreut hatten — und es erfüllte ihre Erwartungen sofort. Abseits der touristischen Zentren schien die Zeit stillzustehen. Familien lebten in Bambushütten, Strom war selten, Tiere liefen frei umher, und die Menschen strahlten eine beeindruckende Herzlichkeit aus. Besonders die Kinder waren unendlich neugierig. Manchmal fühlte es sich an, als sähen sie zum ersten Mal in ihrem Leben westliche Reisende — große Augen, Gelächter und Staunen begleiteten die Radler auf ihrem Weg.

Einer der Höhepunkte der Reise kam, als die Straße plötzlich am Mekong endete. Der einzige Weg nach vorne war, die Fahrräder auf ein Holzboot zu laden und auf die andere Seite überzusetzen. Umgeben von nebligen Bergen und dem ruhig dahinfließenden Fluss fühlte sich dieser Moment an wie eine Reise in eine andere Welt. Sie blieben ein paar Tage länger als geplant, um den stillen Rhythmus des Lebens am Mekong zu genießen.

Thailand – Steile Straßen und neblige Morgen

Thailand stellte sie zunächst vor eine neue Herausforderung: extrem steile Anstiege und drückende Hitze. Viele der Schotterstraßen, die sie ursprünglich fahren wollten, waren inzwischen asphaltiert — ihre Reifen rollten deutlich häufiger über Teer als erwartet.

Kulinarisch wurde es dafür einfacher. In Vietnam und Laos bedeutete vegetarische Ernährung meist endlose Schüsseln Nudelsuppe — oft begleitet von der leisen Sorge, dass sich doch irgendwo Fleisch verstecken könnte. Thailand war eine Erleichterung: mehr Auswahl, und alle zehn Kilometer ein 7-Eleven mit Snacks und eiskalten Getränken.

Die Zeltplätze gehörten zu den schönsten der gesamten Reise — doch am Morgen waren sie stets im Nebel versunken. Egal wie hoch sie stiegen, alles war beim Aufwachen nass. Für ihre letzte Nacht suchten sich Adrian und Sandro einen besonderen Ort aus: auf 1.800 Metern Höhe, nahe eines Tempels mit Blick auf die Berge außerhalb von Chiang Mai. Der Sonnenuntergang war atemberaubend, die Stille tief und eindrucksvoll. Sie hofften, dass sie hier endlich über dem Nebel schlafen würden. Der Morgen kam — und mit ihm: Nebel. Sie lachten. Wenigstens hatten sie es versucht.

Rückblick am Ende der Straße

Die Reise endete in Chiang Mai, wo sie noch ein paar Tage verbrachten, bevor es zurück nach Hause ging. Rückblickend hatte ihnen das Abenteuer genau das gegeben, was sie sich erhofft hatten: wilde Landschaften, ehrliche Begegnungen mit herzlichen Menschen und die Freiheit der Straße. Die nördlichen Berge Südostasiens sind noch immer grün und lebendig — auch wenn Bulldozer und Lastwagen bereits den unaufhaltsamen Fortschritt und den wachsenden Einfluss Chinas durch massive Land- und Wasserprojekte ankündigen.

Es war nicht immer einfach. Feuchte Morgen, endlose Anstiege und ungewisse Mahlzeiten stellten ihre Geduld auf die Probe. Doch Bikepacking bedeutet nicht Perfektion — es bedeutet, Herausforderungen anzunehmen. Genau diese Momente des Unbequemen formen die Reise, machen aus gewöhnlichen Tagen ein Abenteuer und brennen sich als bleibende Erinnerungen ins Herz.

2,5 Monate. 3 Länder. Unzählige Lächeln. Endloser Nebel. Und ein Abenteuer, das Adrian und Sandro für immer begleiten wird.

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